Mach es sichtbar
Brief 27
Fehlt uns manchmal gar nicht die Motivation?
Nee… manchmal fehlt uns einfach nur der Beweis, dass wir überhaupt etwas tun.
Ich hab gemerkt: Mein Gehirn ist überraschend simpel gestrickt. Es glaubt erst an Fortschritt, wenn es ihn sehen kann. Deshalb hab ich mir angewöhnt, jeden Morgen mit mir selbst einen kleinen Gute Laune Termin zu machen.
Ich hatte dir das Folgende in meinem Buch schon mal vorgeschlagen. Aber weil diese Methode so ganz unspektakulär wirkt, muss ich sie dir heute nochmal genauer erklären…
Also.
Nach meiner Meditation setz ich mich jeden Morgen hin. In meine Lieblingsecke.
Mit einem Käffchen. Mit meinem Kalender. Und mit jeder Menge bunter Stifte.
Ich mach’s mir gemütlich und schreib auf, was in meinen verschiedenen Themen und Projekten der nächste Schritt sein könnte. Nicht das Endergebnis.
Nur der nächste Schritt, der gemacht werden will.
Für jedes Projekt mindestens einen.
Manchmal ist das eine konkrete Handlung.
Manchmal ist es eher ein Planen.
Manchmal was zum Entscheiden.
Kommt auch schon mal vor, dass da sowas Glamouröses wie Fingernägel schneiden oder Pinsel besorgen steht.
Meine Themen sind bunt gemischt.
Körper – Musik – Finca – Klopsi – Arbeit – Leben
Da steht dann zum Beispiel:
Yoga… Joggen… Gitarre, Harfe, Weissenborn oder Ukulele in die Hand nehmen…
Für unsere derzeitige lustige Küchenrenovierung: Farbe bereitstellen… Design überlegen… Werkzeug holen…
Im Businessbereich stand für heute einen Gute-Laune-Brief schreiben… Das Spaghettimonster überreden, dass ein Plugin auf der Webseite bitte, bitte, bitte nicht mehr streikt… Verträge für die Auftritte schreiben, die der Trommler grad so klar macht…
Mindestens eine Sache. Für jedes Projekt. Manchmal auch zwei oder drei. Je nach Lust und Laune.
Und dann kommt der Teil, der ein bisschen Überwindung kostet:
Ich geh in meinen Tag und mach als erstes das, worauf ich am wenigsten Lust hab.
Nicht, weil ich streng bin.
Sondern weil danach alles leichter wird. Denn das Doofe, was ich wahrlich mal machen müsste, ist ja schon gemacht.
Wenn ich das erledigt habe, streich ich es durch.
Mit Schwung.
Mit Farbe.
Mit einem leisen inneren „Hallöchen-Pupöchen“.
Und so geh ich durch meine Liste am Tag.
Ich muss nicht alles schaffen.
Überhaupt nicht.
Aber ich komm überall ein kleines Stück weiter.
Vielleicht ein Prozent.
Vielleicht auch nur einen Millimeter.
Und dann passiert abends etwas sehr Schönes:
Wenn ich mich zum Feierabendmachen hinsetze und meinen Kalender anschaue, seh ich schwarz auf weiß, was ich alles bewegt habe. Naja… ich seh es eher bunt auf bunt.
Aber dafür nicht gefühlt. Nicht gedacht. Sondern sichtbar.
Das motiviert.
Nicht volle Kanne laut.
Aber dafür nachhaltig. Mindestens bis morgen.
Unser Gehirn liebt sichtbaren Fortschritt!!!!!
Es reagiert auf durchgestrichene Punkte, leere Kästchen, veränderte Seiten.
Das ist wie ein leiser Applaus im Kopf:
„Ah. Da war Bewegung. Da ging prima was ab.“
Vielleicht magst du das mal ausprobieren.
Nicht genauso wie ich. Natürlich nicht. Sondern auf deine Art.
Mach dir sichtbar, was du tust.
Und dann vertrau darauf:
Viele kleine, sichtbare Schritte bringen dich weiter als ein einziger großer, der nie passiert.
Ich wünsch dir heute eine Liste, die nicht stresst.
Einen Stift, der Freude macht.
Und mindestens einen Punkt, den du abends mit einem zufriedenen palumpelnden Gefühl durchstreichen kannst.
Bis zum nächsten Mal.
Ich drück dich,
Deine Jeanine
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Schreib sie morgens auf.
Streich sie abends durch.
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Hier kannst du mir deine Gedanken gerne senden…
Ich antworte, so schnell ich kann 🙂
