Kein Beifahrer mehr
Brief 29
Fährst du? Oder wirst du gefahren?
Manchmal kommt es mir so vor, als würden viele von uns ihr eigenes Leben im Vorbeifahren anschauen.
Man reagiert.
Auf Nachrichten.
Auf Erwartungen.
Auf Termine.
Auf das, was einem vor die Nase geschoben wird.
Pling hier.
Aufgabe da.
Noch schnell das.
Plötzlich ist der Tag vorbei und wir haben funktioniert, aber nicht wirklich gestaltet.
Es ist erstaunlich leicht, Beifahrer zu sein. Man sitzt drin. Man fährt mit. Man kommentiert vielleicht noch die Landschaft. Palumpelt so vor sich hin. Aber gelenkt wird woanders. Und doch liegt genau hier ein kleiner, aber gleichzeitig prima grandioser Unterschied: Freude entsteht oft nicht im Reagieren.
Sondern im Steuern.
Es gibt etwas unglaublich Lebendiges daran, sich zu fragen: Was habe ich eigentlich gerade zur Verfügung?
Meine Zeit.
Meine Energie.
Meine Beziehungen.
Meine Fähigkeiten.
Meine Ideen.
Das sind keine zufälligen Umstände. Das ist Rohmaterial. Und aus Rohmaterial kann man etwas machen. Vielleicht nichts Weltbewegendes. Aber etwas Eigenes. Psychologen sprechen von „Selbstwirksamkeit“… dem Gefühl, dass das eigene Handeln einen Unterschied macht. Studien zeigen, dass Menschen, die regelmäßig bewusst kleine Entscheidungen in ihrem Alltag treffen, zufriedener sind und mehr Sinn erleben. Nicht, weil alles perfekt läuft. Sondern weil sie erleben:
Ich bewege etwas.
Es geht nicht darum, das ganze Leben umzukrempeln. Es geht darum, das Lenkrad ab und zu bewusst in die Hand zu nehmen. Vielleicht nur für eine kleine Kurskorrektur von ein paar Grad.
Ein Gespräch, das du beginnst.
Eine Gewohnheit, die du änderst.
Ein Projekt, das du startest.
Ein Nein, das du aussprichst.
Ein Ja, das du dir selbst gibst.
Du kannst in deinem Kopf eine Vision halten… von einem Leben, das sich stimmiger anfühlt. Und dann kannst du anfangen, die Realität ganz leicht in diese Richtung zu biegen. Nicht perfekt. Nicht dramatisch. Aber spürbar. Und genau in diesem Akt – im Gestalten statt im Hinterherwurschteln – liegt eine besondere Art von Freude. Eine wache, lebendige Freude. Aus eigener Erfahrung kann ich dir berichten, dass sich, indem ich beschloss, Gestalter meines eigenen Lebens zu werden, wunderbare Möglichkeiten auftaten. Und diese haben im Endeffekt dazu geführt, dass du nun diese Zeilen liest.
Also empfehle ich dir heute mal mit einem ganz freundlichen Gute Laune Lächeln:
Wo bin ich gerade eher Beifahrer?
Und wo könnte ich das Lenkrad übernehmen… und sei es auch nur ein kleines Stück?
Du musst nicht sofort auf die Überholspur. Vielleicht reicht es, bewusst den Blinker zu setzen.
Ich wünsch dir heute einen Moment, in dem du merkst:
Ich sitze nicht nur drin.
Ich fahre.
Schwöre!! Das macht nämlich total Spaß!!
Bis zum nächsten Mal.
Ich drück dich,
Deine Jeanine
Fährst du schon?
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Wenn nicht, dann frag dich:
_______________
In welchem Bereich meines Lebens hätte ich gern ein wenig mehr Kontrolle
und welchen Schritt kann ich JETZT machen, um diese zu erlangen?
Du hast Lust darauf, mir auf diesen Brief zu antworten?
Prima!!
Hier kannst du mir deine Gedanken gerne senden…
Ich antworte, so schnell ich kann 🙂
