Der Stinkekäse dieser Welt
Brief 41
Kommt dir dieser Satz bekannt vor?
„Ja… aber die Welt ist gerade sooooo schlimm. Wie soll man da denn noch fröhlich bleiben?“
Den hören der Trommler und ich tatsächlich ziemlich oft nach unseren Konzerten.
Und wir verstehen das. Wirklich. Es passiert gerade eine Menge, bei der man sich fragt:
„Hallöchen… ihr lieben Menschlein? Was ist denn hier bitte los?“
Aber genau deshalb hab ich heute eine kleine Geschichte für dich.
Es gibt da nämlich eine wunderschöne Analogie, die ich letztens irgendwo gelesen hab:
Das Wasser im Meer kann ein Schiff nicht versenken, solange es nicht ins Schiff kommt. Und genauso kann die ganze Negativität dieser Welt einen Menschen nicht versenken, solange sie nicht in seinen Kopf hineinläuft.
Ich finde dieses Bild genial!!!
Denn manchmal schaufeln wir das Wasser in unsere Birne selbst hinein. Nachrichten. Kommentare. Katastrophen. Noch schnell gucken, was irgendwo auf der anderen Seite der Welt passiert ist. Und irgendwann sitzen wir bis zu den Knöcheln im Wasser und fragen uns:
„Warum bin ich eigentlich so schlecht gelaunt?“
Ähm… vielleicht, weil wir das Meer in die Wohnstube geschaufelt haben!?!?
Deshalb hab ich heute ein kleines Bild für dich. Stell dir vor, die ganze Welt wäre ein riesiger… Stinkekäse. So ein richtig ordentlicher, riesiger, ziemlich würziger Käse.
Der muss reifen. Das braucht Zeit. Und du kannst nicht jeden Tag hingehen und ihn anschreien:
„Also bitte, lieber Käse… jetzt mach aber mal hinne!“
Nee. Das bringt überhaupt nix. Du kannst nur ab und zu in die Käsekammer schauen und gucken:
„Na? Alles noch im Rahmen?“ Und dann lässt du ihn wieder in Ruhe. Vielleicht ist es mit der Welt manchmal genauso. Natürlich dürfen wir uns informieren. Wir dürfen uns sorgen. Wir dürfen wütend oder traurig sein.
Aber wir müssen nicht den ganzen Tag in der Käsekammer sitzen.
Es gibt Dinge, die wir beeinflussen können. Und es gibt Dinge, die wir einfach nicht in der Hand haben. Und genau da finde ich den Gedanken so schön: Wir können uns um den Teil der Welt kümmern, der tatsächlich in unserem Einflussbereich liegt.
Unsere Familie.
Unsere Freunde.
Unsere Kollegen.
Die Nachbarin.
Ja, auch der Kartoffelklaus an der Kasse.
Derjenige, der gerade vielleicht einen ollen palumpelnden Tag hat.
Wenn ich einen Menschen zum Lachen bringe, ist seine Welt in diesem Moment ein kleines bisschen besser. Wenn ich freundlich bin, obwohl der andere gerade grummelig ist, hab ich vielleicht ein winziges Stück Käse weniger stinkig gemacht.
Und vielleicht ist das sogar unsere Aufgabe. Nicht so zu tun, als wäre alles wunderbar. Sondern dafür zu sorgen, dass die Schwere der Welt nicht auch noch unsere kleine Welt vollständig auffrisst. Denn Gute Laune bedeutet ja nicht:
„Ich sehe nichts Schlimmes.“
Vielleicht bedeutet es eher:
„Ich sehe, dass gerade vieles schwierig ist. Aber ich gebe nicht automatisch meine komplette Lebensfreude auf.“
Das finde ich einen ziemlich wichtigen Unterschied. Also: Schau ruhig mal nach, was draußen in der Käsekammer passiert. Informier dich. Engagier dich, wenn dir etwas wichtig ist.
Aber dann mach die Tür auch wieder zu!
Und kümmer dich um deinen kleinen Teil der Welt.
Mach Musik.
Lach. Lächle. Oder grinse wenigstens ein bisle.
Koch jemandem einen Kaffee.
Umarme jemanden.
Oder mach einfach irgendeinen kleinen Blödsinn, der den Tag eines anderen Menschen schöner macht.
Vielleicht können wir den großen Stinkekäse dieses Planeten nicht alleine verändern. Aber wir können dafür sorgen, dass es in unserer kleinen Ecke ein bisschen freundlicher, heller und fröhlicher wird. Und wer weiß… Vielleicht braucht der Käse ja genau das, um irgendwann richtig gut zu werden.
Ich wünsche dir heute ganz viel Freude in deinem kleinen Stück Welt. Und wenn draußen wieder ziemlich viel Wasser gegen dein Schiff klatscht, dann denk einfach daran: Du musst nicht das ganze Meer trockenlegen. Du musst nur aufpassen, dass es nicht in dein Schiff läuft.
Bis zum nächsten Mal.
Ich drück dich,
Deine Jeanine
Es müffelt in der Käsekammer?
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Schau in deine eigene kleine Welt.
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Und mach diese heute ein klitzekleines bisschen schöner.
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