Mit gutem Werkzeug

Brief 32

Wie gut behandeln wir das, womit wir unser Leben gestalten?

Letztens fand ich mich zwischen meinen heiligen Mosaiksteinchen, lauter bunten Farben und Häkelwolle wieder und erinnerte mich an eine Metapher, die mir früher schon mal in den Sinn gekommen war.

Ich merkte plötzlich, wie selbstverständlich ich mit meinen Werkzeugen umgehe.

Ich leg sie ordentlich hin.
Ich wisch sie ab.
Ich sorg dafür, dass sie funktionieren.

Nicht aus Höflichkeit.
Sondern weil ich weiß:
Wenn sie gut in Schuss sind, wird auch das, was ich damit mache, gut.

Ein stumpfes Messer nervt. Ein gutes flutscht.

Ein wackeliges Werkzeug kostet Kraft. Ein gutes spart sie dir.

Und in dem Moment irgendwo zwischen Basteln und Bauen hab ich mal wieder an dich gedacht und muss dir unbedingt gleich davon schreiben:

Wir selbst sind nämlich auch so ein Werkzeug.

Unser Körper.
Unser Kopf.
Unser ganzes Sein.

Das ist das, womit man durch den Tag geht.
Womit man Dinge beginnt, weiterführt und manchmal auch liegen lässt.
Womit man Menschen begegnet.
Und womit man etwas erschafft. Egal ob groß oder klein.

Und eigentlich kümmere ich mich ganz gut darum. Um meine eigenen Werkzeuge…
Meistens jedenfalls.

Nur ab und zu… sagen wir mal… vergesse ich kurz, dass ich kein Einwegprodukt bin.
Dann gibt’s mal ein bisschen zu wenig Schlaf, ein Glas Wein zu viel, ein bisschen zu viel Gedankengewusel und zu wenig Aufmerksamkeit für das, was mich in meinen mir ganz eigenen prima geölten Volle-Kraft-Voraus-Zustand bringt.

Ich muss mich dann selbst kurz mal am Schlafittchen packen und mir sagen:
Ach ja… Das hier ist ja mein Werkzeug.

Denn genau darauf baut am Ende alles auf.

Der Körper ist das Werkzeug für Kraft.
Er will bewegt werden, damit er tragen kann.

Der Kopf ist das Werkzeug für Klarheit.
Er will Neues lernen und auch mal Pause machen, damit er wieder scharf wird.

Und das, was daraus entsteht… das, was du gestaltest, fühlst und in die Welt bringst…
das ist dein Werk.

Vielleicht ist das die leise Kunst im Alltag:
Nicht nur auf das zu schauen, was wir machen wollen, sondern auch auf das, womit wir es machen.

Denn ein gut behandeltes Werkzeug arbeitet nicht nur besser.
Es bringt auch mehr Gute Laune.

Und das ist kein Zufall: Wenn Körper und Geist im Gleichgewicht sind, arbeitet unser System effizienter, klarer und ruhiger. Wir brauchen weniger Kraft für dieselben Dinge. Alles palumpelt einfach gemütlich vor sich hin.

Vielleicht magst du heute mal einen kleinen Moment darauf achten.

Nicht, um alles zu optimieren.
Sondern um kurz mal genauer hinzuschauen:

Braucht dein Körper ein bisschen Bewegung?
Dein Kopf ein bisschen Ruhe?
Dein System ein kleines Durchatmen?

Manchmal reicht ein winziger Handgriff.
Ein Nachschärfen.
Ein kurzes Abwischen.

Und plötzlich läuft es wieder.

Ich wünsch dir deshalb heute ein bewusstes, ganz persönliches und vor allem gut geöltes Werkzeug.
Und Freude an dem, was du daraus machst.

Bis zum nächsten Mal.

Ich drück dich,
Deine Jeanine

Deine Schrauben scheinen alle locker?

Hier klicken…

Sortier dein Werkzeug!

_______________

Denn dann flutscht dein inneres Basteln wie von selbst.

Du hast Lust darauf, mir auf diesen Brief zu antworten?

Prima!!

Hier kannst du mir deine Gedanken gerne senden…

Ich antworte, so schnell ich kann 🙂