Dreh dich um
Brief 31
Kennst du das, wenn ein Projekt plötzlich soooooo riesig erscheint?
Also nicht wirklich riesig.
Aber gefühlt.
So „Meter über Meter über Meter“-mäßig.
Man steht davor, schaut drauf und denkt: „Oh je… das dauert ja noch ewig.“
Und zack:
Die Motivation macht sich leise vom Acker.
Ich hatte das neulich in der Küche.
Mal wieder ein Mosaik. Eigentlich ganz schön. Aber… sagen wir mal so: Es ist nicht schneller gemacht, nur weil man es anschaut.
Und ich hab mich dabei erwischt, wie ich ständig auf die Fläche geguckt habe, die noch nicht fertig war. Wirklich Meter über Meter. Mal wieder hatte ich mir was Großes vorgenommen. Ich sah nur: „Noch ganz viel.“
Und plötzlich fiel mir mein kleiner alter Trick ein:
Ich hab mich einfach umgedreht.
Nicht körperlich.
Sondern gedanklich. Naja… in dem Fall tatsächlich körperlich.
Ich hab auf das geguckt, was schon da war:
Reihen von kleinen Steinchen. Hübsche Muster. Ein kleiner Fortschritt.
Fertig. Schön. Echt. Palumpelnd real, sozusagen.
Und sofort passierte etwas Interessantes:
Ich hatte wieder spürbar erhöhte Lust, weiterzumachen.
Psychologisch ist das gar nicht so überraschend. Unser Gehirn reagiert viel stärker auf sichtbaren Fortschritt als auf abstrakte Ziele. Man nennt das auch den „Progress-Effekt“: Wenn wir erkennen, dass wir bereits etwas geschafft haben, steigt unsere Motivation messbar an. Wir fühlen uns kompetenter, handlungsfähiger und bleiben eher dran.
Oder anders gesagt:
Das Gehirn liebt das Gefühl von „Ich bin schon unterwegs“.
Wenn wir aber nur auf das schauen, was noch fehlt, passiert das Gegenteil. Dann wirkt selbst ein kleines Projekt plötzlich wie der Mount Everest… nur ohne Aussicht.
Das gilt übrigens nicht nur für mein Mosaik in unserer Küche.
Das ist das Gleiche beim Sport: Man denkt: „Ich muss noch 20 Minuten laufen“ – statt „Ich bin schon 10 Minuten unterwegs“.
Oder beim Aufräumen: „Hier ist noch so viel Chaos“ – statt „Das Regal sieht schon richtig gut aus“.
Und auch bei der Arbeit: „Ich hab noch 12 Punkte auf der Liste“ – statt „Die ersten 3 hab ich schon erledigt“.
Merkst du, was ich meine?
Es ist oft nur eine kleine Drehung im Kopf.
Aber die macht einen riesigen Unterschied.
Ich hab mir angewöhnt, bei solchen Momenten ganz bewusst kurz innezuhalten und zu fragen:
Was ist hier eigentlich schon fertig?
Nicht komplett total perfekt.
Aber schon mal gemacht.
Und dann bleib ich einen Moment bei genau diesem Gefühl.
Wie bei meinem Küchenmosaik.
Ich guck mir die kleinen fertigen Stellen an und denk:
„Ach guck. Das kann ich ja.“ Ein kurzes Lächeln hilft noch obendrein.
Und dann geht’s weiter.
Vielleicht probierst du das mal aus, wenn dich das nächste Projekt anschaut wie ein hungriger Riese.
Dreh dich innerlich einmal um.
Schau auf das, was schon hinter dir liegt.
Denn Motivation entsteht nicht nur am Ziel.
Sie entsteht auf dem Weg.
Ich wünsch dir heute ein paar bewusste „Schon geschafft“-Momente.
Und vielleicht den ein oder anderen Zentimeter, der dich zum Weitermachen einlädt.
Bis zum nächsten Mal.
Ich drück dich,
Deine Jeanine
Der Berg ruft?
Hier klicken…
Dreh dich um und guck auf das, was du schon geschafft hast!
_______________
Das motiviert total, um den Rest des Anstiegs zu wagen!
Du hast Lust darauf, mir auf diesen Brief zu antworten?
Prima!!
Hier kannst du mir deine Gedanken gerne senden…
Ich antworte, so schnell ich kann 🙂
