Die Kunst des Aufräumens
Brief 24
Fühlt sich dein Leben an wie eine Schublade, die sich nicht mehr richtig schließen lässt?
Zu viele Gedanken, zu viele „müsste ich irgendwann mal“, zu viele kleine emotionale Notizen, die sich über Monate angesammelt haben? Genau wie bei einer Schublade gilt: Es liegt selten an einem großen Chaos… meistens sind es eher viele kleine Dinge, die sich unbemerkt gestapelt haben.
Im Moment bin ich komplett begeistert von diesen zwei Damen, die in „Get Organized with the Home Edit“ die kompletten Wühlschubladen in kleine Wunderkammern verwandeln. Die haben Bücher geschrieben, Filmchen produziert, Serien gemacht… es handelt immer vom Gleichen: ein Zimmer ist totales Chaos und zum Schluss ist alles hübsch und aufgeräumt. Voll mein Ding.
Gestern hab ich an dich denken müssen, denn warum nutzen wir nicht genau die gleichen vier Strategien mit unserem Inneren?
Hier ist, was ich vorschlage:
1. Aussortieren
Bevor wir irgendetwas „optimieren“, hilft ein ehrlicher Blick hinein!! Was trage ich gerade mit mir herum, das mir nicht mehr dient? Eine Studie der Universität Chicago zeigt, dass schon das Benennen von Sorgen die Aktivität im Angstzentrum des Gehirns messbar reduziert. Es ist, als würde man gedankliche Schubladen kurz ausleeren und bewusst anschauen. Das allein macht leichter. Also frag dich: Welche Gedanken dürfen gehen?
Zeug wie: Warum hab ich das noch nicht geschafft? Was, wenn ich es nicht schaffe? Ich hab noch nicht genug geschafft! Sortier diesen Trödel ruhig aus. Das ist kein guter Kleiderstil für die Seele.
2. Sortieren
Das machen wir im Leben selten: Gedanken nach Kategorien ordnen.
Was gehört zusammen?
Was ist ein Projekt?
Was ist nur ein flüchtiger Ärger?
Was ist eine echte Priorität?
Was ist fremder Kram, der eigentlich gar nicht mir gehört?
Psychologen sprechen hier vom „mental decluttering“, einer Methode, bei der wir lose Gedanken in logische Gruppen stecken. Das reduziert nachweislich die kognitive Last. Dein Gehirn liebt es, wenn es weiß, wo etwas hingehört. Finde Themen und Untergruppen. Denn manchmal sind scheinbar verschiedene Gedanken in den gleichen emotionalen Ursachen begründet.
3. Behälter finden
Im Innenleben geht das natürlich etwas anders als im Küchenschrank. Aber wir haben die Möglichkeit, unsere eigenen externen „Behälter“ zu nutzen:
Ein kleines Notizbuch.
Eine To-Do-Liste.
Ein Kalender.
Oder ein einziger klarer Satz, der alles bündelt.
„Diese Woche kümmere ich mich nur um X.“
„Heute nur einen Schritt.“
„Das gehört nicht mir.“
So einen Satz nehm ich dann immer zur Hilfe, wenn ich merke, dass ich gedanklich wieder in dieser einen Kategorie unterwegs bin. Wirkt Wunder!!!! Denn diese inneren Behälter sorgen dafür, dass Gedanken nicht mehr unkontrolliert herumwandern.
4. Pflegen und Dranbleiben
Ordnung hält sich nicht von allein. Weder im Schuhschrank noch im Kopf.
Die Forschung zeigt, dass kleine tägliche Rituale unser emotionales Gleichgewicht langfristig stabil halten. Ein kurzes Check am Abend. Gerne kurz vor dem Einschlafen. Vor allem, wenn es eh droht, in der Birne zu rödeln:
Was hat mich heute bewegt? Was will ich morgen leichter machen?
Das klingt unspektakulär, aber wirkt wie diese winzige Info auf einer Box: Du findest dich einfach schneller wieder. Vielleicht ist das die eigentliche Kunst des inneren Aufräumens:
Nicht alles perfekt sortieren.
Sondern leichter durchs Leben finden.
Und falls deine innere Schublade heute etwas klemmt: Das heißt nur, dass darin etwas Wichtiges liegt, das gesehen werden will. Öffne sie einen Moment, schau kurz hinein, sortier sie in die passende Kategorie, finde, wenn nötig, einen Behälter zum Sortieren und mach die Schublade dann ein bisschen leichter wieder zu.
Eine sortierte Seele atmet freier.
Bis zum nächsten Mal.
Ich drück dich,
Deine Jeanine
Dein innere Schublade klemmt?
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Probbier's mit diesen vier Schritten:
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Aussortieren – Sortieren – Behälter finden – Pflegen und Dranbleiben
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