Ein Lächeln ohne Anlass

Brief 22

Sind es nicht manchmal die kleinsten Dinge, die den größten Unterschied machen?

Zum Beispiel… ein Lächeln.

Und ich meine nicht dieses bekloppte Fotolächeln, das heutzutage alle Welt an jeder Ecke aufsetzt, wenn diese Selfies gemacht werden. Nicht dieses falsche Grinsen, auf das heutzutage schon Kleinkinder trainiert werden… nein. Ich meine dieses kleine, fast unbemerkte Schmunzeln mit den Mundwinkeln, das sich manchmal einfach einschleicht, ohne dass man weiß, warum.

Ich hab neulich gelesen, dass das Gehirn gar nicht unterscheidet, warum man lächelt… ob aus Freude oder einfach so, weil man sich daran erinnert, dass es sich gut anfühlt. Es reagiert einfach. Und zwar messbar.

Forscher der University of Kansas haben schon 2012 herausgefunden, dass Menschen, die beim Bewältigen einer stressigen Aufgabe lächeln, schneller wieder einen normalen Herzschlag und Blutdruck erreichen als diejenigen, die ernst bleiben. Selbst, wenn das Lächeln ein bisschen gewollt und ohne Grund war. Das Gehirn sagt dann trotzdem: „Ach, es ist wohl alles ganz prima“, und schaltet den Stressmodus herunter.

Ich mag diesen Gedanken.
Dass ein winziges Stück Gesichtsmuskulatur so viel bewirken kann.
Dass etwas so Einfaches wie ein Lächeln ein stiller Gegenspieler zur Überforderung sein kann.

Ich hab das nochmal ausprobiert. Gestern beim Autofahren. Eigentlich fährt ja immer der Trommler. Der macht das gerne. Also lass ich ihn. Und freu mich. Aber aus der Übung will ich auch nicht kommen, deshalb kutschiere ich den Herren ganz selten auch mal herum. Aber da ich das nicht so oft mach, wird mir dann schon beim Einsteigen auf „der falschen Seite“ immer etwas mulmig. Wenn ich jedoch beim Anschnallen ein klein wenig lächle, dann merk ich richtig, wie meine Gedanken in andere Bahnen geraten. Ich fokussier mich dann nicht mehr auf ein lautes inneres „Uiuiuiuiiiiiii… hilfe… schaff ich das? Ömmel ich jetzt ruppig im falschen Gang durch die Gegend?“ sondern komme schneller in ein „Ach… Autofahren macht ja eigentlich auch Spaß!“.

Es funktioniert! Irgendwas in mir atmet anders. Und manchmal lächle ich dann sogar nach kurzer Zeit wirklich, weil ich den Moment genieße.

Das Schöne daran ist:
Man kann das überall machen.
Man braucht keinen Grund und keinen Kursleiter.

Das Lächeln ist wie ein stiller Trick, um das Nervensystem daran zu erinnern, dass wir uns entspannen dürfen. Wenn du lächelst, sendet dein Gesicht Muskelsignale ans Gehirn, die wiederum die Ausschüttung von Dopamin und Serotonin anregen. Also genau jene Stoffe, die uns ein Gefühl von Leichtigkeit schenken.

Und das Beste: Man kann sich darin üben. Wie in einer Sprache, die der Körper noch ein bisschen besser lernen darf.

Auch wenn du vielleicht schon mal gehört hast, dass dich dein Lächeln beeinflusst, probier das heute nochmal bewusst aus:
Wenn du irgendwo bist… an der Supermarktkasse, im Auto, am Schreibtisch… und merkst, dass sich dein Tag gerade anfängt ein bisschen zu ziehen, dann heb die Mundwinkel einfach ein kleines Stückchen an. Nicht für andere. Nur für dich.
Beobachte, was passiert.

Vielleicht wirst du überrascht sein, wie schnell der Kopf reagiert.
Wie ein kleiner Schalter, der sagt: „Okay. Ich bin da. Alles ist dufte.“

Ein Lächeln ist keine Lösung für alles. Aber es ist ein Anfang.
Und manchmal ist genau das der Unterschied zwischen einem Tag, der einfach passiert, und einem Tag, der sich leicht anfühlt.

Ich wünsche dir also heute ein paar unauffällige, echte, stille Lächelmomente.
Die, die keiner sieht, aber dein Gehirn sofort merkt.

Bis zum nächsten Mal.

Ich drück dich,

Deine Jeanine

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Und merke, wie du dich entspannst.

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